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Ist Glück selbstgemacht?

Warum ist Glück wichtig und was bedeutet es überhaupt?

 

 Langzeitstudien zeigen: glückliche Menschen leben länger, erkranken deutlich seltener und weniger schwer an psychischen Störungen, haben mehr Freunde und liefern bessere Arbeit ab. Aber was ist eigentlich Glück? Es bedeutet für jeden etwas anderes, insbesondere in anderen Kulturen kann es ein anderes Verständnis von Glück geben. Einige Faktoren sind jedoch kulturübergreifend: die Forschung zeigt, dass es deutlich glücklicher macht, den Fokus von sich selbst eher auf andere zu legen. Kristin Layous Assistenzprofessorin für Psychologie fand heraus, dass die Versuchspersonen glücklicher sind, die versuchen andere zu erfreuen. Es steigert unser Selbstwertgefühl und festigt soziale Bindungen. Wir fühlen uns motiviert und mit uns selbst verbunden, nützlich und lebendig. Diesen Zustand würden die meisten Menschen als „glücklich“ definieren. Die Dosis macht jedoch das Gift, wer ständig nur versucht die Anderen glücklich zu machen und das eigene Glück vernachlässigt führt zu emotionalem Stress und kann zu Burnout und Depressionen führen. Insbesondere Frauen sind davon betroffen. Neben der Verbundenheit zu anderen, sind unsere Werteautonomie (das Empfinden selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen) und unser Empfinden wie wirksam wir dabei sind wichtige psychologische Grundbedürfnisse (Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan).

 

Kann man Glück messen?

Martin Seligman, einer der Begründer der positiven Psychologie, verwendet das PERMA-Modell, um fünf Faktoren zu identifizieren für Wohlbefinden:

  1. positive Emotionen

  2. Engagement (Flow)

  3. Beziehungen

  4. Sinnhaftigkeit (sich verbunden fühlen und etwas Größerem dienen)

  5. Erfüllung (Erfolg, meisterhaftes Können und Gelingen um ihrer selbst willen)

     

Jeder dieser Faktoren basiert auf fundierten Forschungsergebnissen – die positive Psychologie ist also eine Wissenschaft, keine „Glückologie“.

 

Immer glücklich?

Glück ist keine konstante Größe. Das heißt, wir können und sollten nicht versuchen nur noch glücklich sein und es für persönliches Versagen halten, wenn wir uns traurig oder ängstlich fühlen oder wütend sind. Wir brauchen Kontrasterfahrungen wie z.B. körperlichen oder emotionalen Schmerz um das Erfreuliche überhaupt zu schätzen. Die sogenannten negativen Emotionen haben wichtige Funktionen und kann uns Menschen einander näher bringen und Auslöser für gegenseitige Unterstützung sein. Dies untersuchten Dr. Brock Bastian (The Other Side of Happiness) und seine Kollegen. Schmerzliche Erfahrungen machen uns empathischer und loyaler. „Negative Erlebnisse spielen eine grundlegende Rolle beim Verbinden mit anderen und Entstehen von Freundschaften – und ist somit ein Trigger für soziale Bindungen“, so Bastian. Immer glücklich sein zu wollen ist also weder möglich, noch erstrebenswert. Es kann sogar kontraproduktiv sein, sich selbst damit unter Druck zu setzen. 2015 wies Bastian in einer Studie nach, dass wenn wir glauben andere würden unsere negativen Emotionen ablehnen dazu führt, das wir uns einsam fühlen. Der Druck glücklich sein zu müssen kann depressive Symptome und Versagensängste verschlimmern.

 

Was macht uns glücklich?

Sich Zeit zu nehmen uns bewusst zu machen was wir bereits Gutes in unserem Leben haben (z.B. Gesundheit, Familie etc.) führt zu mehr Zufriedenheit im Leben. Dankbarkeit ist also keine Frage von dem was wir wirklich besitzen, sondern sie das Ergebnis unserer inneren Bewertungen davon, etwas, was wir verändern und trainieren können. Außerdem ist Glück auch etwas individuelles – alles was wir gerne tun, steigert unser Glückslevel. Stricken, Backen, Lesen, dem eigenen Haustier, Kreativität, Bewegung, die Natur – es gibt viele Glücksquellen.

 

Glückstipps für Dich

  • schreib doch mal deine individuelle Glücksliste von positiven Aktivitäten für Dich.

  • Glücksmomente aufschreiben! Jeden Tag drei schöne Erlebnisse notieren: mit welchen Personen sind sie verknüpft? Wie kam es dazu? Probier es mal für drei Wochen aus!

  • Move! Bewegung steigert nicht nur kurzfristig unser Wohlbefinden, sie kann uns auch langfristig glücklicher machen. Mach täglich einen Spaziergang in der Natur, etwas Yoga oder tanze regelmäßig in deinem Wohnzimmer und du wirst mit körperlichem und seelischem Wohlbefinden belohnt.

  • Soziale Bindungen sind eine wichtige Zutat fürs Glücksrezept. Sie geben uns ein Gefühl von Verbundenheit und (Selbst-) Wertschätzung. Unsere Familie und Freunde geben uns das Gefühl wichtig und wohltuend zu sein. Aber auch Gespräche mit unserem Nachbar, Bäcker oder anderen Menschen heben die Stimmung.

  • Hast du ein Hobby? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch! Noch nicht? Dann finde heraus, was dir Spaß macht. Wenn wir in den Flow kommen (Zustand tiefer Konzentration, den wir erreichen, wenn wir uns im Rahmen unserer Wachstumszone bewegen. Also weder unter- noch überfordert sind) haben wir das richtige Niveau an Herausforderung für uns gefunden.

  • Achtsamkeit üben! Meditation ist ein gutes Mittel um Stress, Angst und Depressionen zu verringern und die eigene Schmerztoleranz zu verbessern. Darüber hinaus steigert sie unsere Lebenszufriedenheit, verstärkt positive Gefühle und trägt dazu bei mehr Selbstmitgefühl aufzubauen. Teste doch mal eine geführte Meditation bei Youtube, besuche einen Achtsamkeitskurs oder übe mit einer App (Z.B. happier oder Bambu App, 7mind App, bei Youtube gefallen mir persönlich die Meditationen von Silja Mahlow oder Peter Beer, aber finde heraus, was zu DIR passt).

Der Schlüssel für mehr Glück in unserem Leben liegt also in uns selbst verborgen. In diesem Sinne wünsche ich Dir viel FREUDE beim selbstgemachten Glück.

 

FOLGE der FREUDE

 

Deine Sunniva

 

 

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