· 

Freude

Mache heute zu deinem "Tag der Freude"!

"Freude ist Nahrung für den Geist." (Buddhadasa)

Freude, schöner Götterfunken" heißt es in Schillers Ode an die Freude.  Sie kann erlebt werden als Emotion, die uns überwältigt oder auch als eine Stimmung der Heiterkeit und der Zufriedenheit. Wir freuen uns, wenn uns etwas gelingt oder etwas widerfährt, das besser ist, als wir erwartet haben.


Freude ist eine primäre Emotion, erste Formen des Lachens treten schon vor dem zweiten Lebensmonat während des REM-Schlafes auf.

Die Freude zeigt sich später am Lächeln des Säuglings, das mit dem Lächeln der Beziehungspersonen korrespondiert. Emotionstheoretiker (Krause, 2001,) gehen davon aus, dass sich im ersten halben Jahr etwa 30.000 Lächelinteraktionen zwischen Säugling und Erwachsenen ereignen. Über das Lächeln findet man einen Zugang zur Freude.


Positive Emotionen wie Freude können laut der Broaden-and-Build-Theorie eine Aufwärtsspirale in Gang setzen: Freude versetzt den Menschen in eine kreativere und großzügigere Art des Denkens und unternehmungslustigere Art des Verhaltens. Sie bringt die Menschen sozusagen in Kontakt mit ihren Ressourcen und erweitert ihren Handlungsspielraum und Horizont. Dies führt zu positiveren Erfahrungen und besserer Bewältigungskompetenz, was wiederum positive Emotionen nach sich zieht. Freude erhöht die Wahrscheinlichkeit, von anderen gemocht zu werden und festigt Freundschaften, Partnerschaften und andere Beziehungen. Sie erweitert unseren geistigen Horizont, lässt uns toleranter und kreativer sein ( vgl. Fredrickson, 2002).


Wesentlich ist, dass wir die Freude in ihrer Gefühlsqualität dann wahrnehmen, wenn wir sie erleben. In der Erinnerung können wir sie dann immer wieder nachempfinden, indem wir die Situation, die Freude ausgelöst hat, uns in unserer Vorstellung so lebendig wie möglich vergegenwärtigen. Bezieht sich die Freude auf die Zukunft, von der wir uns etwas Gutes und Schönes erwarten, sprechen wir von Vorfreude.

 

Freude bringt uns Menschen häufig in Bewegung, wir könnten Tanzen oder Luftsprünge machen, wir fühlen uns lebendig. Sie macht uns leicht und weit, lässt uns die Verbundenheit mit uns selbst, mit anderen, mit dem Leben als Ganzes erleben. Wenn wir uns freuen, dann fühlen wir eine Wärme in uns aufsteigen, eine körperlich erfahrbare, aber auch eine seelische Wärme.


Das Selbstgefühl, das wir bei der Freude erleben, ist ein Gefühl des Selbstvertrauens, das daraus resultiert, dass wir im Moment der Freude uns selbst und das "Hier und jetzt" akzeptieren, mehr noch, damit in Einklang und im Frieden sind. Dieses Selbstvertrauen, das wir als Menschen im Zustand der Freude erleben, lässt uns offener werden, wir können uns miteinander verbinden, fühlen uns anderen vertraut, können leichter vertrauen und handeln solidarischer. Das Erleben von Freude macht uns selbstsicherer, und auf der Basis des guten Selbstwertgefühls können auch leidvolle Erfahrungen besser zugelassen und verarbeitet werden.

 

Sie ermöglicht uns Entwicklung, daher ist es wichtig, sich in allen Lebenslagen immer wieder auf die Freude auszurichten. Auch und vorallem in Zeiten, in denen Schwierigkeiten und Herausforderungen das Leben dominieren. Ein gutes Beispiel hierfür sind Clowns, die in Krankenhäusern z.B.mit Krebskranken Kindern arbeiten. Viele Studien belegen: Freude und Humor sind gesund. Wo Freude aufkommt werden wir weicher, weiter, sind ausgeglichen und voller Selbstvertrauen. Sie trägt kurz- und langfristig zu Gesundheit und Wohlbefinden bei und kann unsere Selbstheilungskräfte aktivieren.


Freude bewirkt, dass wir mehr Perspektiven sehen, dass wir spontaner handeln, kreativer und auch mutiger sind. Freude ist eine Ressource in vielfältiger Weise, daher ist es wichtig, diese Ressource aktivieren zu können. Eine Möglichkeit ist die Freudenbiografie nach Verena Kast. Hier wird in der eigenen Lebensgeschichte nach den Spuren der Freude geforscht, wobei die eigene Kindheit Ausgangspunkt und Quelle der Imaginationsübung darstellt.

Die Übung im Selbstversuch

Erinnere Dich an  Spiele, in denen Bewegung eine wichtige Rolle gespielt hat. Spiele, die du als Kind besonders geliebt hast. War da Freude?
Wenn du dich nicht gern bewegt hast, oder dich nicht bewegen konntest, versuche dich an ein ruhiges Spiel zu erinnern, das du hingebungsvoll spielen konntest.


Versetze dich wieder in die Rolle des Kindes. Du kannst in die Haut des Kindes schlüpfen, du kannst aber auch diese Spielsituation als Film oder Video betrachten. Welche Bilder siehst du? Wie hast du deine Freude ausgedrückt? Warst du allein oder gab es andere Kinder? Gab es Menschen, denen du deine Freude gezeigt hast? Wenn keine Menschen da waren, was hast du  dann mit deiner Freude gemacht?

 

Wenn du in der Haut des Kindes gesteckt hast, dann schlüpfe nun wieder in deine erwachsene Haut, wenn du ein Video gesehen hast, dann schalte es jetzt aus.


Tausche dich wenn möglich im Anschluss über deine Erinnerungen und/oder Erkenntnisse aus und schreibe sie auf.